[TEST] ASUS Lyra AC2200 Tri-Band WLAN Mesh System, lückenloser WLAN Empfang in jeder Ecke im Haus?

ASUS hat vor nicht allzu langer Zeit das Lyra WLAN Mesh-System auf den Markt gebracht. Hierbei handelt es sich um einzelne WLAN Zugangspunkte (Accesspoints, AP), welche man verteilt im ganzen Haus aufstellen kann. Jeder Lyra Accesspoint vernetzt sich dann untereinander und es wird ein lückenloses WLAN Netz im ganzen Haus aufgebaut. Schlechter WLAN Empfang adé! 

 

Was ist das Mesh-System und welchen Vorteil bietet es?

Auf den ersten Blick wirkt das Ganze System wie normale WLAN Repeater, die jetzt nichts neues sind und auch in den Anschaffungskosten recht überschaubar sind. Das Lyra Mesh-System baut hierauf aber auf und bietet einem einige Vorteile gegenüber normalen Repeatern. Alle Lyra Mesh Zugangspunkte senden das gleiche WLAN Netz aus. Man hat also nur 1 Netz, welches sogar gleichzeitig über eine 2,4 Ghz und 5 Ghz Frequenz verfügt. Das System entscheidet dann beim verbinden des Gerätes, welches Netz dem Geräte eine bessere Performance liefert und einen besseren Empfang bietet. Ein weiteres Feature ist die Kommunikation unter allen Mesh-Zugangspunkten. Jeder Mesh-AP weiß, welcher Benutzer auf welchem Geräten eingeloggt ist. Bewegt man sich im Haus und hätte zu einem Zugangspunkt besseren Empfang und eine schnellere Übertragung, wird ohne Unterbrechung automatisch zu dem nächsten Mesh-Zugangspunkt gewechselt. Also eine super Sache und deutlich komfortabler wie normale WLAN Repeater. 

 

 
Einrichtung:

 

Die Bedienungsanleitung ist kurz gefasst und dementsprechend schnell funktioniert die Einrichtung des Lyra-Systems. Lyra mit Strom verbinden und per Netzkabel an euren Router/Modem anschließen. Zum Setup gibt es 2 Möglichkeiten – entweder per App oder die Weboberfläche. Da mir kein WLAN Netz angezeigt wurde mit dem man sich auf die Weboberfläche einloggen kann, habe ich die Variante über die App gewählt. Hier führt ein Assistent einen in wenigen Schritten durch die Installation. Es werden verfügbare Lyra Zugangspunkte gesucht, anschließend muss man einen Benutzer Account für das Interface erstellen und seine gewünschten WLAN- Netzdaten (SSID und Passwort) eingeben. Fertig ist die Einrichtung. 

Falls man nun mehrere Lyra-APs besitzt kann man jetzt noch die anderen Geräte hinzufügen und jedem Gerät einen eindeutigen Namen bzw. Ort zuordnen, wie zB. Schlafzimmer oder Arbeitszimmer. 

Das Ganze machte bei mir dann gleich einen wirklich positiven Eindruck, als mir direkt in der App eine Fehlerseite eingeblendet wurde und Lyra keine Verbindung zum Server einrichten konnte. Nach einem einfachen Neustart von Lyra hat sich das dann aber gelöst.

 

Die App:

Die Lyra App ist übersichtlich mit einem ansprechenden Design aufgebaut. Man hat auf der Startseite eine gute Übersicht über alle Mesh-Knotenpunkte und sind Informationen wie “Verbundene Geräte” oder den Datentransfer. Im Menü hat man dann außerdem noch die Möglichkeit einen Gast-Zugang anzulegne oder Familienmitglieder einzutragen. Unter dem Punkt Smart Home wird auf den AiPlayer hingewiesen, mit dem man Medien Dateien in Verbindung mit Geräten wie ChromeCast, AppleTV oder Smart TVs streamen lassen. So ganz überzeugt bin ich von dem AiPlayer aber nicht. Die App läuft zum Großteil eher instabil und stürzt immer mal wieder ab, untersützt einige Medientypen wie zB. mkv nicht und ein paar andere Mängel, die mich von dem AiPlayer letztendlich nicht überzeugt haben. Hier gibt es bessere Apps und Varianten. 

Unter Einstellungen kann man dann natürlich WLAN Hotspot Daten ändern und Einstellungen wie DNS, Portweiterleitung und DHCP vornehmen. Außer gibt es hier auch die Möglichkeit direkt über die App ein Firmwareupdate durchzuführen. Beim Versuch den WLAN-Namen zu ändern hat sich die App bei mir jedoch aufgehangen und konnte dies bis jetzt nicht machen. 

 

Betrieb:

 

Das Lyra Netzwerk läuft standardmäßig auf der IP  192.168.72.1, was sich anscheinend aktuell nicht ändern lässt. 

Ich empfehle euch sofort auf die neueste Firmware Version zu updaten, da die Werksversion noch in manchen Situationen nicht ganz fehlerfrei lief bei mir. 

Die Verbindung ist ansonsten wirklich sehr gut. Die Reichweite schafft es alle Nachbarräume des Lyra Standorts mit einem soliden Signal abzudecken. Erstaunlicherweise toppt die Reichweite in manchen Fällen sogar die meines ASUS RT-87U Router. Selbst nach 2 dickeren Wänden zwischen Client und Zugangspunkt und ca. 5-6 Meter Luftlinie hat man noch sichere 4/5 Striche Empfang mit durchschnittlich 80% der Geschwindigkeit. 

Von dem Übergang von einem zum anderen Lyra Mesh APs merkt man in der Tat nichts und es kommt beim Streamen oder VoIP zu keinen Unterbrechungen. Man sollte hierbei aber darauf achten, die Zugangspunkte nicht zu weit auseinander zu stellen. Der 2. Knotenpunkt sollte noch mindestens 3-4 von 5 Strichen Empfang abbekommen. 

 

Verbindungsgeschwindigkeit:

Ich hatte davor das Szenario, dass ich 2 WLAN Repeater nacheinander geschaltet habe, um eine lange Strecke im Haus zu überbrücken. Leider hatten die Repeater bereits im Nachbarraum nur noch schlechten Empfang und beim 2. Repeater kam dann so gut wie gar nichts mehr an, sodass die Geschwindigkeit dauerhaft im Keller war. 

Das funktioniert mit dem Lyra System deutlich! besser. ABER man merkt bei 3 Knotenpunkten auch schon eine deutliche Reduzierung der Geschwindigkeit. Ist man mit dem ersten Knotenpunkt verbunden kommt man auf 80-100% Anschlussgeschwindigkeit. Das nimmt pro Knotenpunkt ungefähr um 10-20% ab. Bei einer 100 Mbit Leitung hatte ich dann beim 3. Knotenpunkt selbst bei vollem Empfang maximal nur noch 70 Mbit erreicht. Hat man also den Internetanschluss im Keller und möchte bei einem großen Haus das Ganze ins Dachgeschoss vernetzen mit dem Mesh-System, kommt oben ganz klar nicht mehr die Ausgangsgeschwindigkeit an. 

Ping: Gamer aufgepasst.. denn für Online Games sind die Lyra APs  zwar geeignet aber nicht perfekt in Sachen Ping. Hier hatte ich bei der Verbindung mit dem ersten Mesh-Knotenpunkt durchschnittlich einen 5-10 ms langsameren Ping wie mit der direkten WLAN Verbindung meines Routers. Das Ganze verschlechtert sich natürlich, je weiter hinten in der Reihe der Mesh Punkte man verbunden ist. Aber ich hatte hier mit diversen WLAN Repeatern und Powerline Adaptern deutlich schlechtere Werte. Eine direkte Kabelverbindung ist natürlich nicht zu toppen. 

 

Zusatz-Features:

Das ASUS Mesh System bringt zudem noch einige Zusatzfunktionen mit, welche für mich als ASUS Router Besitzer jedoch nicht neu waren. So ist eine Sicherheitslösung von TrendMicro installiert, welche schädliche Webseiten im Voraus blockiert und ebenso infizierte Geräte, die sich mit dem WLAN verbinden. So kann Schadsoftware sich hier nicht so leicht im Netz verbreiten und andere Geräte infizieren. 

Ganz praktisch für Familien mit Kindern sind Funktionen wie Zeitplanerstellung eines WLAN Nutzers, mit der man die Internetanbindung zu einer bestimmten Uhrzeit dann einfach Abschalten kann bei einzelnen Geräten aber auch die Sperrung von speziellen Webseiten oder allgemein “Adult-Content” Blocker. Das funktioniert auch sehr gut, ist aber mittlerweilen bei so gut wie jedem Router mit integriert. 

 

Stromverbrauch:

Der Stromverbrauch von einem Lyra-Zugangspunkt liegt im Standby bei 7,4 Watt! Unter Vollast dann etwas mehr, jedoch im Normalfall nicht über 8 Watt. Finde dies trotzdem nicht gerade wenig und wenn man 3-4 Geräte im Haus hat, entspricht dies 22-30 Watt durchgehend. Dazu hat man noch das Modem bzw. den Router vom Netzbetreiber angeschlossen, welche auch ca. 8-12 Watt verbrauchen. 

Einfache WLAN Repeater liegen hier unter 4-5 Watt.

 

Fazit:

Ich finde den Grundgedanken und das System an sich wirklich gut. Selbst mit einem leistungsstarken Router hat man nach 2-3 Wänden mit dem WLAN Empfang zu kämpfen. Gerade bei größeren Häuser gibt es massig tote Ecken, an die kein WLAN rankommt. Mit dem Mesh-System hat man in jedem Raum vollen WLAN Empfang mit hoher Geschwindigkeit. Bei WLAN Repeatern hatte ich hier immer das Problem, dass die Übertragungsrate über den Repeater nur noch 50-20% betrug. Aber auch bei dem Mesh-System merkt man einen Verlust, wenn man die Knotenpunkte in der Reihe aufgestellt hat und sich mit dem 3. in der Reihe verbindet. Hat man aber den Router/das Modem in der Mitte des Hauses und möchte rundherum noch einen größeren Bereich abdecken, klappt dies sehr gut mit dem System. 

Die Geschwindigkeit über das Lyra-Mesh System ist bei mir bisher wirklich sehr gut und auch die Verbindung und der automatische Wechsel zum nächsten Mesh-AP  klappt nahezu reibungslos. Anfangs gab es bei mir einige Probleme und es scheint wie bei vielen ASUS Geräten wieder so, dass die Firmware im gefühlten Beta-Zustand ausgeliefert wird. Mit der aktuellen Firmware Version funktioniert aber bis jetzt soweit alles reibungslos. Man sollte diese also am besten gleich aktualisieren. 

Was gefällt mir nicht?

Man kann den Preis hier nicht verdrängen und für ein 3er Mesh Set  399€ sind eine Menge Schotter. Ein einzelner Mesh-Zugangspunkt kostet aktuell um die 160€. Wer also sein Haus damit ausstatten möchte, ist bei einer größeren Wohnfläche mit 2-3 Etagen schnell bei 400-560€. Meiner Meinung nach ist der Preis hierfür noch ziemlich ordentlich und für die meisten wohl auch aus diesem Grund nicht interessant. Jedoch ist man bei Powerline-Adaptern aber auch schnell bei 300€ angelangt Bsp. Devolo Powerline Set mit 3 Empfängern.. Diese eignet sich aber meiner Meinung nach eher für den Einsatz, wenn man nur einen abgelegenen Raum wie zB. Keller oder Dachgeschoss mit Internet versorgen möchte. Für den Einsatz im ganzen Haus bietet das Lyra-Mesh System dann doch einen besser abgestimmten Betrieb und man hat nur 1 WLAN Netz insgesamt, was meiner Meinung nach auch komfortabler ist.

  

 

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