Test: Jabra Evolve2 65 Wireless – Pro­fes­si­o­nell HomeOffice Headset?

Das Jabra Evolve2 65 ist ein minimalistisches Business Headset und für den eher professionellen Einsatz ausgelegt.

Preislich liegt es mit dem derzeitigen HomeOffice Trend im Bereich von 140-180€ (je nachdem ob mit oder ohne Ladestation). Für den Preis hat man selbstverständlich auch hohe Erwartungen. Ob diese Erwartungen erfüllt werden und das Jabra Evolve2 65 die richtige Wahl für klar verständliche und störungsfreie Videokonferenzen ist – das erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Design und Funktionen

Von der Haptik fühlt sich das Headset sehr hochwertig an und sowohl Ohrpolster als auch der Kopfbügel sind angenehm weich, sodass es bequem sitzt. Die Ohrmuscheln sind schwenkbar und ausziehbar, sodass der Kopfhörer wirklich auf jeder Kopfform einen richtigen Sitz finden sollte. Der eigentliche Bügel ist mit Metall verstärkt und wird von einem Kunststoffgehäuse umfasst. Die Polster sind aus Kunstleder gefertigt. Damit ergibt sich ein stabiles und hochwertiges Gesamtdesign.

In manchen Situationen ganz nützlich ist eine rot leuchtende „Busy-Funktion“. Sobald ihr in einem Gespräch seid leuchten die Ohrmuscheln rot, sodass Kollegen sehen können, dass ihr beschäftigt seid und damit nicht gestört werdet.

Bedienung und Verbindung

Seitlich befinden sich physische Bedienelemente zur Änderung der Lautstärke, Play/Pause, Mute bzw. Aktivieren des Sprachassistenten und seitlich in der Mitte könnt ihr über einen Knopfdruck Anrufe annehmen. Ich finde die Entscheidung gut, da viele Headsets nur noch auf Touchbedienung ausgelegt sind und sich über Gesten steuern lassen…die meistens eher schlecht als recht funktionieren und reagieren. Gerade für den Business Einsatz ist die Bedienung daher simpel aber zuverlässig.

Besonders praktisch: Zusätzlich zu dem Mute Knopf lässt sich das Mikrofon hochklappen und mutet sich dabei automatisch. Beim Herunterklappen entmutet es.

Die Verbindung läuft über Bluetooth bzw. den im Lieferumfang enthaltenen Dongle Jabra Link 380. Nach meinen Tests ist es empfehlenswert das Headset mit dem USB-Dongle zu nutzen. Hier sind gute 10 Meter Abstand bzw. ein Gang ins Nachbarzimmer kein Problem für die Verbindung. Eine Verbindung über Bluetooth sorgte bei mir häufig für kurze Unterbrechungen und teilweise auch schlechtere Sprachqualität. Am Handy funktioniert es über Bluetooth in 95% der Fälle gut, jedoch gibt es eben auch diese 5% wo es mal Störungen gibt obwohl das Handy in der Hosentasche ist oder die Verbindung bereits nach 3-4 Metern Abstand abbricht.

Hochauflösende Audio Codecs gibt es beim Jabra Headset nicht und es kommt mit dem etwas älteren SBC-Standard. Trotzdem funktioniert soweit alles stabil.

Tragekomfort

Das Headset lässt sich wie schon erwähnt sehr gut auf dem Kopf anpassen und sitzt aufgrund dem leichten Gewicht von 176 Gramm und den weichen Ohrpolstern auch schön bequem. Jedoch liegt es auf den Ohren auf und sorgt bei mir dazu, dass nach 1-2 Stunden eine Headset Pause angesagt ist, weil einem die Ohren dann langsam anfangen weh zu tun. Das Problem habe ich aber bisher bei jedem On-Ear Kopfhörer gehabt.

Für große Sportaktivitäten wie zum Joggen ist es nicht gedacht. Ganz so fest sitzt es bei mir nicht auf dem Kopf 😉

Mikrofon

Das Mikrofon ist für den Preis ganz ordentlich aber nicht perfekt. Insgesamt 3 Mikrofone sind an unterschiedlichen Stellen angeordnet, um die Stimme in bester Qualität aufzunehmen und von Umgebungsgeräuschen zu differenzieren. Die Stimme ist immer deutlich und laut zu verstehen. Der Sound klingt jedoch immer ein Stück komprimiert und leicht dumpf. Hier hätte ich mir für den Preis etwas mehr erhofft. Je lauter Störgeräusche in der Umgebung werden desto stärker wird dieser Effekt. Umgebungsgeräusche werden überraschend gut herausgefiltert und gedämpft. Gerade Straßenlärm oder Tastaturklackern. Lautere Störgeräusch sind dann zwar im Hintergrund hörbar aber werden ausreichend unterdrückt, sodass sie in Videokonferenzen nicht störend werden und man weiterhin gut verstanden wird.

Eine aktive Geräuschunterdrückung gibt es bei diesem Headset nicht! Für sehr laute Umgebungen gibt es daher noch bessere Alternativen, die Nebengeräusche aktiv unterdrücken. Darunter leidet in der Regel aber auch besonders die eigene Sprachqualität. Für das Büro mit normalen Lautstärke Pegel oder das Homeoffice eignet sich das Headset aber voll und ganz.

Eine Testaufnahme gibt es hier:

Audioqualität

Andere Telefonteilnehmer lassen sich immer sehr gut über das Headset verstehen. Zudem eignen es sich auch bestens um mal ein Video anzuschauen oder Musik zu hören. Klare Höhen und leichte Bässe sorgen für einen ausgeglichenen, neutralen Klang. Wem das Klangbild nicht zusagt, der kann über den Musik-Equalizer über die Jabra App den Klang anpassen und z.B. Bässe mehr hervorheben.

Selbstverständlich ist es aber nichts für Musik Enthusiasten und reine Kopfhörer in diesem Preissegment bieten hier eine deutlich bessere Audioqualität mit präsenterem Tiefbass. Für ein Headset ist der Klang aber einwandfrei.

Passive Geräuschunterdrückung des Kopfhörers

Durch die Kunstleder Schaumpolster schirmen die Ohrmuscheln leicht von Umgebungsgeräuschen ab und reichen für den Alltag auch vollkommen aus. An eine Aktive Geräuschunterdrückung kommt das aber natürlich nicht heran. Wer hier Wert drauf legt sollte sich beim größeren Bruder, dem Jabra Evolve2 85 umsehen.

Akkulaufzeit

Mit 37 Stunden Laufzeit is die Akkulaufzeit vom Hersteller angegeben. Bei mir läuft das Headset 3 Tage á 8 Stunden durch, wobei ich es nie komplett ausschalte (nach 15 Minuten fährt es in den Standby). Im Labortest kann man damit bestimmt um die 30 Stunden Laufzeit erreichen.

Dank Schnellladung sind aber nach 15 Minuten bereits 25% des Akkus wieder aufgeladen und reichen wieder für einige Stunden Telefonzeit.

Jabra Direct App

Zu guter Letzt noch ein paar Worte zu der App, die es für Windows, Android und iOS gibt. In der App könnt ihr ein paar Einstellungen zur Verbindung, den Tasten und Gesten und Audio machen. z.B. einen Pegel einstellen, sodass ihr euch leise selbst über den Lautsprecher hört, was ich für mich zumindestens angenehmer macht als wenn man seine eigene Stimme gar nicht hört.

Zusätzlich könnt ihr die verbundenen Geräte des USB-Dongles verwalten und Firmware Updates einspielen.

Fazit

Das Jabra Evolve2 65 Wireless macht für sein Geld einen guten Job und bietet auch für etwas lautere Arbeitsplätze eine Möglichkeit relativ störungsfrei Videokonferenzen bzw. Telefonate zu halten. Die Mikrofonqualität ist gut und man wird immer sehr deutlich verstanden. Umgebungsgeräusche werden ausreichend ausgeblendet bzw. gedämpft. Lautere Geräusche schafft das das Headset zwar nicht vollständig auszublenden aber soweit zu dämpfen, dass man dennoch deutlich zu verstehen ist und nicht von Störgeräuschen übertönt wird. Für meinen Geschmack könnte die Sprachqualität aber noch ein Stück klarer sein.
Die Audio Qualität der Lautsprecher ist für ein Office Headset überdurchschnittlich gut und eignet sich dabei auch für Musik und Filme.

Für einen Preis der Wireless Variante um die 150€ bietet es ein gutes Preis/Leistungsverhältnis und gehört unter die Top-Headsets in seinem Segment.

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Für sehr laute Umgebungen empfiehlt es sich zu einem höherpreisigem Modell wie dem Jabra Evolve2 85 zu greifen, welches über 10 anstatt 3 Mikrofone verfügt und eine Aktive Geräuschunterdrückung besitzt. Dafür ist es mit seinem Over-Ear Design auch deutlich „klobiger“ als das schlanke Evolve2 65.

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Letzte Aktualisierung am 11.04.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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